Sandmücken

Sandmücken


Überträger der Leishmaniose sind Sandmücken oder Phlebotomen, ungefähr zwei bis drei Millimeter kleine Stechmücken. Namensgebend ist ihr sandfarbenes Aussehen, nicht etwa ein Vorkommen am Sand/Strand. Sie sind eine Unterfamilie der Schmetterlingsmücken.

In Europa haben sie ihr Verbreitungsgebiet überall dort, wo die Durchschnittstemperatur nicht unter 10 Grad Celsius fällt; d.h. mit dem Klimawandel treten sie auch immer weiter nördlich auf. Auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Belgien wurden Sandmückenpopulationen bereits nachgewiesen. Da es viele verschiedene Sandmückenarten mit unterschiedlichem Stech- und Fortpflanzungsverhalten gibt, bedeutet das Vorkommen allein noch nicht, dass für diese Länder eine vollständige Infektionskette nachgewiesen ist. Wenn sich ein Hund hierzulande mit Leishmaniose infiziert, ist das bisher die große Ausnahme.

Rund um den Mittelmeerraum aber sind die Sandmücken verbreitet, die Leishmanien übertragen. Diese Form der Krankheitsübertragung nennt man auch Vektorfunktion; die Mücken sind der Vektor für die Übertragung der Erreger. Das passiert, wenn die weibliche Sandmücke Blut saugt. Der Stich ist schmerzhaft, das Blutsaugen dauert einige Zeit, deswegen fliegen Sandmücken schlafende Opfer an.

Ein vollständiger Schutz in einem Endemiegebiet ist kaum möglich. Verhaltensprophylaxe, z. B. kein Aufenthalt im Freien während der nächtlichen Flugzeiten, engmaschige Insektengitter und entsprechende Repellentien für den Hund sollte man anwenden.

Foto: Phlebotomus papatasi bei der Blutmahlzeit
CDC/ Frank Collins – Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL)